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24.02.2026 3 Min Lesezeit · Redaktion

Enge Treppenhäuser im Altbau: Warum barrierefreie Lösungen häufiger an Platz und Brandschutz scheitern

Altbauten mit schmalen Treppenhäusern stellen besondere Anforderungen an barrierefreie Lösungen. Platz, Brandschutz und Genehmigungen bremsen viele Projekte.

In der Praxis zeigt sich derzeit ein klarer Trend: Enge Treppenhäuser in Altbauten werden immer häufiger zum zentralen Problem bei barrierefreien Umbauten. Während der Bedarf an Treppenlösungen steigt, stoßen viele Projekte auf bauliche Grenzen. Besonders in Mehrfamilienhäusern mit schmalen Laufbreiten, steilen Stufen und begrenzten Ausweichflächen sind Lösungen nicht ohne sorgfältige Planung umsetzbar.

Altbauten wurden ursprünglich nicht mit Blick auf Rollatoren, Rollstühle oder technische Liftlösungen geplant. Treppenhäuser erfüllen zugleich mehrere Funktionen: Sie sind Verkehrsfläche, Rettungsweg und gemeinschaftlicher Bereich. Wird dort eine technische Anlage installiert, müssen Mindestdurchgangsbreiten erhalten bleiben. Bauämter prüfen daher verstärkt, ob Fluchtwege ausreichend nutzbar bleiben und Brandschutzvorgaben eingehalten werden.

Das führt nicht automatisch zu Ablehnungen, wohl aber zu längeren Prüfungen. Eigentümergemeinschaften werden stärker eingebunden, Unterlagen detaillierter geprüft, technische Zeichnungen und Parkpositionen genauer bewertet. Für Betroffene wirkt das häufig wie unnötige Bürokratie. Tatsächlich geht es jedoch darum, Sicherheit für alle Bewohner zu gewährleisten.

Die technische Lösung hängt stark von der jeweiligen Treppenform ab. Gerade bei engen oder gewendelten Treppen sind maßgeschneiderte Systeme erforderlich. Standardlösungen stoßen hier schnell an Grenzen. Eine grundlegende Einordnung der baulichen Unterschiede und Voraussetzungen bietet der Bereich Treppenarten.

Ein weiterer Faktor ist die frühzeitige Abstimmung. Viele Verzögerungen entstehen, weil Projekte erst dann vorgestellt werden, wenn der Bedarf akut ist. Wird die Eigentümergemeinschaft frühzeitig informiert und werden technische Details transparent dargestellt, sinkt die Wahrscheinlichkeit von Widerstand. Auch professionelle Aufmaße und nachvollziehbare Sicherheitskonzepte beschleunigen Entscheidungen erheblich.

Parallel spielt die Finanzierung eine wichtige Rolle. Bei komplexeren Lösungen steigen die Kosten, insbesondere wenn Sonderanfertigungen notwendig sind. Für Haushalte mit anerkanntem Pflegegrad steht für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen ein Zuschuss von bis zu 4.180 € zur Verfügung. Dieser kann ein entscheidender Baustein sein, reicht jedoch bei baulich anspruchsvollen Situationen nicht immer vollständig aus. Eine Übersicht zu Förderwegen und typischen Anforderungen finden Sie unter Treppenlift Förderung.

Experten empfehlen deshalb eine strukturierte Vorgehensweise: Erst bauliche Gegebenheiten prüfen, dann technische Optionen vergleichen, anschließend Fördermöglichkeiten klären und erst danach konkrete Angebote einholen. Wer diesen Ablauf einhält, vermeidet unnötige Planungswechsel und doppelte Kosten.

Langfristig wird das Thema an Bedeutung gewinnen. Der demografische Wandel betrifft gerade Altbaubestände, weil dort viele ältere Menschen wohnen. Neubauten lösen das Problem nur teilweise, da der Großteil der Pflegebedürftigen im bestehenden Wohnraum verbleibt. Ohne pragmatische Lösungen für enge Treppenhäuser drohen immer mehr Haushalte zwischen Sicherheitsbedarf und baulicher Realität festzustecken.

Fazit: Enge Treppenhäuser sind kein unlösbares Hindernis, aber eine planerische Herausforderung. Mit sorgfältiger technischer Prüfung, transparenter Kommunikation und sauber vorbereiteten Förderanträgen lassen sich auch im Altbau tragfähige barrierefreie Lösungen realisieren. Entscheidend ist, frühzeitig zu handeln – bevor Zeitdruck und akuter Bedarf den Handlungsspielraum unnötig einschränken.

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Jörg Brandenburger
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