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03.11.2025 2 Min Lesezeit · Redaktion

Landkreise testen gemeinsames Förderportal für Pflege und Barrierefreiheit

Mehrere Landkreise starten ein Pilotprojekt: Pflegekassen- und Wohnraumanpassungszuschüsse sollen künftig über ein gemeinsames Online-Portal beantragt werden können.

Um Anträge auf Zuschüsse für Pflege und Barrierefreiheit zu vereinfachen, testen mehrere Landkreise derzeit ein gemeinsames digitales Förderportal. Das Pilotprojekt soll den Papieraufwand verringern und dafür sorgen, dass Betroffene ihre Anträge auf wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wie Treppenlifte oder Badumbauten, zentral einreichen können – unabhängig davon, ob die Mittel von der Pflegekasse, der Kommune oder aus Landesprogrammen stammen.

Die Initiative ging von einem Zusammenschluss von Sozialämtern, Pflegekassen und Wohnbauförderstellen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen aus. Ziel ist es, die bislang getrennten Förderverfahren für Barrierefreiheit in einem einzigen Workflow zu bündeln. Das Portal soll Antragsteller automatisch durch die einzelnen Schritte führen, Unterlagen prüfen und passende Zuschüsse vorschlagen. So könnten Bearbeitungszeiten um bis zu 40 Prozent sinken.

„Viele Menschen scheitern nicht an den technischen Anforderungen, sondern an der Bürokratie“, sagt eine Sprecherin des Projekts. „Ein zentrales Portal soll dafür sorgen, dass alle Stellen dieselben Informationen gleichzeitig erhalten.“ Geplant ist, dass der Antrag automatisch an die zuständigen Pflegekassen, Landesbanken oder kommunalen Förderstellen weitergeleitet wird. Auch Nachweise, Gutachten oder Kostenvoranschläge sollen künftig digital eingereicht werden können.

Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das: ein Antrag, mehrere Förderquellen. In der Praxis lassen sich so Zuschüsse der Pflegeversicherung (bis zu 4.180 € pro Maßnahme) mit kommunalen Mitteln kombinieren. Das System prüft auch, ob zusätzliche Förderungen – etwa aus dem Bereich KfW Förderung oder Treppenlift Förderung – anwendbar sind. Dabei soll das Portal keine neue Behörde schaffen, sondern bestehende Verfahren digital verzahnen.

Die Testphase läuft zunächst bis Sommer 2027. Teilnehmende Kommunen sollen anschließend bewerten, ob sich Antragszeiten, Fehlquoten und Rückfragen tatsächlich verringern. Langfristig könnte das Modell bundesweit ausgerollt werden. Besonders für ältere Menschen und pflegende Angehörige wäre das eine spürbare Entlastung – weniger Formulare, kürzere Wege, schnellere Bewilligungen.

Fazit: Das gemeinsame Förderportal ist ein realistischer Schritt in Richtung moderner Verwaltung. Wenn der Pilot Erfolg hat, könnte es bundesweit Schule machen – und endlich Schluss mit der Antragsvielfalt bringen, die vielen Betroffenen heute den Zugang zu Förderungen erschwert.

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Luan Merz
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