Barrierefreiheit scheitert im Alltag nicht selten an einem Problem, das Betroffene kaum beeinflussen können: langen Genehmigungswegen. Genau deshalb prüfen mehrere Bundesländer derzeit, ob barrierefreie Umbauten im Bestand schneller und unbürokratischer genehmigt werden können. Im Gespräch sind vereinfachte Verfahren, kürzere Fristen und in bestimmten Fällen auch Genehmigungsfreistellungen, wenn Maßnahmen die Bausubstanz nur geringfügig betreffen.
Der Hintergrund ist klar: Der Bedarf wächst, die Gebäudestruktur ist oft alt, und Umbauten werden immer dringlicher. Wenn Menschen länger zu Hause wohnen, müssen Gebäude nachrüsten. Dazu gehören schwellenfreie Zugänge, Handläufe, bessere Beleuchtung, aber auch technische Lösungen wie Treppenlifte, Plattformlifte oder kleine Hubsysteme. Besonders bei Mehrfamilienhäusern können Genehmigungen und Abstimmungen zwischen Eigentümergemeinschaften, Bauamt und Brandschutz den Prozess monatelang verlängern.
In den Ländern wird deshalb diskutiert, Umbauten stärker nach Risikoklassen zu unterscheiden. Ein typischer Ansatz: Maßnahmen, die keine tragenden Bauteile verändern, keine Fluchtwege verschlechtern und keine wesentlichen Eingriffe in die Statik erfordern, sollen schneller durchlaufen. Für Betroffene wäre das ein echter Vorteil, weil Zeit im Zweifel Sicherheit bedeutet. Wer beispielsweise Treppen wegen Sturzrisiko nicht mehr sicher nutzen kann, braucht Lösungen oft sofort – nicht nach einer halben Saison Bürokratie.
Allerdings ist die Lage nicht trivial. Brandschutz und Rettungswege bleiben zentrale Themen, gerade in engen Treppenhäusern. Deshalb wird parallel über technische Standards und Dokumentationspflichten gesprochen: klare Parkpositionen, sichere Durchgangsbreiten, nachvollziehbare Montage- und Abnahmeprotokolle. Ziel ist, dass Behörden schneller entscheiden können, weil Unterlagen vergleichbarer werden.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet das: Vorbereitung bleibt entscheidend. Selbst wenn Verfahren vereinfacht werden, braucht es korrekte Unterlagen, ein sauberes Aufmaß und eine plausible Begründung, warum die Maßnahme erforderlich ist. Wer parallel Förderungen beantragen möchte, sollte außerdem die Reihenfolge beachten: Viele Zuschüsse setzen Antragstellung vor Auftrag voraus. Zur Einordnung der Leistungswege hilft der Bereich Treppenlift Förderung; die Grundlagen zu Leistungen und Zuschüssen im Pflegekontext finden sich unter Pflegekasse.
Fazit: Wenn Länder Genehmigungen für barrierefreie Umbauten beschleunigen, ist das ein wichtiges Signal. Der Umbau im Bestand ist der Schlüssel, weil Neubauten die Lücke allein nicht schließen. Entscheidend wird sein, ob Vereinfachungen praxistauglich umgesetzt werden, ohne Sicherheit zu gefährden. Für Betroffene wäre eine schnellere Genehmigung vor allem eines: ein Stück mehr Selbstständigkeit, bevor der Alltag zur ständigen Hürde wird.