Pflegegrad beantragen 2026 – Ablauf, Begutachtung & typische Fehler vermeiden
Der Pflegegrad entscheidet über finanzielle Leistungen, Zuschüsse und Unterstützung im Alltag. Wer den Antrag falsch vorbereitet, riskiert eine zu niedrige Einstufung. Hier erfahren Sie, wie der Ablauf 2026 funktioniert und worauf Sie unbedingt achten sollten.

Antrag bei der Pflegekasse stellen
Der Antrag kann formlos telefonisch oder schriftlich bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Entscheidend ist das Eingangsdatum – ab diesem Zeitpunkt können Leistungen rückwirkend bewilligt werden.
- Antrag frühzeitig stellen
- Bestätigung des Eingangs anfordern
- Unterlagen wie Arztberichte bereithalten
- Pflegeprotokoll über mindestens 14 Tage führen
So läuft die Begutachtung ab
Nach Antragstellung erfolgt die Prüfung durch den Medizinischen Dienst. Bewertet werden sechs Module:
- Mobilität
- Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
- Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
- Selbstversorgung
- Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen
- Gestaltung des Alltagslebens
Aus den Punkten ergibt sich die Einstufung in Pflegegrad 1 bis 5.
Typische Fehler beim Antrag
Viele Anträge werden zu niedrig eingestuft, weil Betroffene ihre Probleme herunterspielen.
- Beschwerden werden relativiert
- Angehörige sind beim Termin nicht anwesend
- Keine konkrete Alltagsschilderung
- Wichtige Unterlagen fehlen
Welche Leistungen gibt es?
Je nach Pflegegrad erhalten Betroffene Pflegegeld, Sachleistungen oder Kombinationsleistungen. Zusätzlich besteht Anspruch auf einen Zuschuss von bis zu 4.180 € für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, etwa für einen Sitzlift, Plattformlift oder Badumbau.
Weitere Informationen finden Sie unter Treppenlift Förderung sowie unter Treppenlift Preise.
Widerspruch gegen den Bescheid
Ist der Pflegegrad zu niedrig, kann innerhalb eines Monats Widerspruch eingelegt werden. Begründen Sie diesen schriftlich mit konkreten Beispielen und ggf. ärztlichen Stellungnahmen.
- Frist von 1 Monat beachten
- Gutachten vollständig anfordern
- Fehlende Punkte konkret benennen
- Unterstützung durch Beratungsstellen nutzen
FAQ
Wie lange dauert die Bearbeitung?
In der Regel 2–5 Wochen. Bei Krankenhausaufenthalt erfolgt eine beschleunigte Begutachtung.
Kann ich den Antrag selbst stellen?
Ja, der Antrag ist formlos möglich. Angehörige können bevollmächtigt werden.
Was passiert bei Ablehnung?
Sie können Widerspruch einlegen und eine erneute Prüfung verlangen.
Ist der Zuschuss für Treppenlifte garantiert?
Bei anerkanntem Pflegegrad besteht Anspruch auf bis zu 4.180 € für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.