Für die erste Hilfe in der Pflege zu Hause genügen drei Dinge: ein vollständiger Erste-Hilfe-Kasten mit übersichtlicher Hausapotheke, eine Notfallmappe mit allen wichtigen Angaben und ein Telefon, das immer in Reichweite liegt. So handeln Sie im Ernstfall ruhiger und schneller. Bei einem ernsthaften Verdacht wählen Sie sofort die 112. Dieser Beitrag zeigt, was Angehörige vorbereiten können und was nach einem Sturz zählt. Außerdem erfahren Sie, wie Treppe, Bad und Flur sicherer werden. Am Ende finden Sie eine Checkliste zum Ausdrucken. Medizinische Fragen klären Sie bitte mit Ihrem Hausarzt.
Erste Hilfe Pflege zuhause: Die drei Dinge, die Sie vorbereiten sollten
Halten Sie einen vollständigen Erste-Hilfe-Kasten, eine aktuelle Notfallmappe und ein jederzeit erreichbares Telefon bereit. Wissen Sie vorab, wie Sie nach einem Sturz handeln und wann Sie die 112 wählen. Bei medizinischen Fragen entscheiden Hausarzt und Rettungsdienst, nicht dieser Ratgeber.
Warum Vorbereitung in der häuslichen Pflege zählt
In einer Notlage fehlt die Ruhe zum Suchen. Der Puls steigt, die Gedanken springen. Dann ist es hilfreich, wenn Sie nicht erst Kontaktdaten, Medikamentenliste oder Verbandmaterial zusammensuchen müssen.
Was vorher griffbereit liegt, spart Zeit und Nerven. Das gilt für pflegende Angehörige ebenso wie für Menschen, die allein leben und nur gelegentlich Besuch bekommen.
Die drei Dinge im Überblick
- Erste-Hilfe-Kasten und Hausapotheke: vollständig, übersichtlich und an einem festen Platz.
- Notfallmappe: mit den wichtigsten Angaben zu Person, Gesundheit und Kontakten, an einem Ort, den alle Beteiligten kennen.
- Telefon in Reichweite: damit Hilfe auch dann gerufen werden kann, wenn jemand gestürzt ist und nicht mehr aufstehen kann.
Was in diesem Beitrag folgt
Im nächsten Abschnitt geht es darum, was in den Erste-Hilfe-Kasten und die Hausapotheke gehört. Danach lesen Sie, welche Angaben in die Notfallmappe gehören.
Im weiteren Verlauf behandeln wir diese Themen:
- das richtige Verhalten nach einem Sturz,
- den Notruf und was Sie der Leitstelle sagen,
- Hilfsmittel wie Hausnotruf und Telefon,
- die Vorbeugung an Treppe, Bad und Flur.
Am Ende finden Sie eine Checkliste zum Ausdrucken. Wer sich vorab ausführlicher mit Stolperfallen beschäftigen möchte, findet in unserer Checkliste zur Sturzprophylaxe zu Hause weitere Anregungen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag ersetzt weder einen Erste-Hilfe-Kurs noch eine ärztliche Beratung. Ein Kurs gibt Ihnen die Sicherheit, Handgriffe wie die stabile Seitenlage oder die Wiederbelebung wirklich zu üben. Bei Fragen zu Medikamenten, Vorerkrankungen oder einem erhöhten Sturzrisiko sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt oder einem Pflegedienst.
Bei einem ernsthaften Verdacht auf einen Notfall zögern Sie nicht und wählen sofort die 112.
Erste-Hilfe-Kasten und Hausapotheke: Was für Senioren zu Hause bereitliegen sollte
Ein vollständiger Erste-Hilfe-Kasten und eine gepflegte Hausapotheke gehören in jeden Haushalt, in dem Pflege stattfindet. Wichtig ist, dass der Inhalt vollständig und nicht abgelaufen ist und dass alle wissen, wo der Kasten steht. So sind Sie bei kleinen Verletzungen schnell vorbereitet.
Die Grundausstattung für den Erste-Hilfe-Kasten
Der Kasten sollte das enthalten, was Sie bei Schnitten, Schürfwunden oder einem Sturz brauchen:
- Verbandmaterial wie Mullbinden, Kompressen und Dreiecktuch
- Pflaster in verschiedenen Größen
- Einmalhandschuhe zum eigenen Schutz und zur Hygiene
- Verbandschere
- Rettungsdecke gegen Auskühlung
- Fieberthermometer
Prüfen Sie den Inhalt in regelmäßigen Abständen. Ersetzen Sie, was verbraucht oder beschädigt ist.
Hausapotheke: Auswahl nur mit ärztlichem Rat
Welche Medikamente zu Hause vorrätig sein sollten, hängt von Vorerkrankungen und der Dauermedikation ab. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Hausarzt oder in der Apotheke beraten. Kaufen Sie nichts auf Verdacht und geben Sie keine Mittel ohne Absprache weiter.
- Achten Sie auf die Verfallsdaten und sortieren Sie Abgelaufenes aus.
- Bewahren Sie die Beipackzettel auf. Dort stehen Dosierung und Hinweise zur Anwendung.
- Lagern Sie Medikamente trocken und übersichtlich, getrennt von Putzmitteln.
Typischer Fehler: Vorhanden, aber nicht einsatzbereit
Oft gibt es einen Kasten, doch er ist unvollständig, abgelaufen oder im Keller verstaut. Im Ernstfall hilft das nicht. Besser ist ein fester, gut erreichbarer Platz auf der Wohnebene, etwa in der Küche oder im Flur. Der Kasten sollte nicht hinter anderen Dingen verschwinden.
Hinweis für pflegende Angehörige
Sagen Sie allen Beteiligten, wo Kasten und Hausapotheke stehen. Dazu zählen Familie, Nachbarn und der Pflegedienst. Wer in einer Notlage helfen soll, muss nicht erst suchen. Ein kurzer Zettel am Standort kann zusätzlich Orientierung geben.
Sinnvolle Ergänzung: ein Erste-Hilfe-Kurs
Material allein reicht nicht. Ein Erste-Hilfe-Kurs für Angehörige gibt Ihnen die Sicherheit, Handgriffe wie die stabile Seitenlage oder die Wiederbelebung wirklich zu üben. Fragen Sie vor Ort nach Angeboten, die zur häuslichen Pflege passen. Wie Sie Stolperfallen im Haus verringern, lesen Sie in unserer Checkliste zur Sturzprophylaxe.
Notfallmappe in der Pflege: Diese Angaben sollten griffbereit sein
Eine Notfallmappe bündelt alle Informationen, die im medizinischen Notfall wichtig sind. Sie ist eine ausführlichere Variante des Notfallpasses. Rettungskräfte, Notärzte und Klinikpersonal erfahren so schnell, wer die Person ist und was sie braucht. Die Angaben dazu stammen aus Quellen mit Stand etwa April 2026.
Was in die Notfallmappe gehört
- Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum, Anschrift, Krankenkasse
- Vorerkrankungen und bekannte Allergien
- Medikamentenplan mit allen aktuellen Mitteln
- Hausarzt: Name und Telefonnummer
- Kontakte von Angehörigen und weiteren Vertrauenspersonen
- Wichtige Rufnummern, zum Beispiel Pflegedienst und Apotheke
- Pflegegrad, falls vorhanden
Anlagen: Dokumente als Kopie beilegen
Legen Sie Kopien von Patientenverfügung, Vollmachten und gegebenenfalls einer Betreuungsverfügung bei. Die Originale bewahren Sie sicher auf. Zur Vorsorgevollmacht finden Sie mehr im Ratgeber Vorsorgevollmacht bei Pflege: Wer darf für Sie entscheiden?
Für die Medikamente empfiehlt sich der bundeseinheitliche Medikationsplan. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt stellt ihn aus. Er nennt Dosierungen und Einnahmezeitpunkte.
Kurze Checkliste für die Krankenhauseinweisung
Ein extra Blatt in der Mappe spart im Ernstfall Zeit. Es kann so aussehen:
- Versichertenkarte und Personalausweis
- Aktueller Medikationsplan und die Medikamente selbst
- Brille, Hörgeräte, Zahnprothese, Gehhilfe
- Kopie der Patientenverfügung
- Kontaktdaten der Angehörigen
- Kleidung, Hygieneartikel, Ladegerät für das Handy
Typische Fehler
- Veraltete Medikamentenlisten: Wurde ein Mittel abgesetzt oder neu verordnet, stimmt die Liste nicht mehr. Das kann im Notfall zu Missverständnissen führen.
- Mappe nicht auffindbar: Sie liegt im Schrank, im Keller oder bei einer Person, die gerade nicht da ist.
- Angehörige wissen nichts davon: Dann kann niemand dem Rettungsdienst die Mappe geben.
Auf gut sichtbaren Platz und Aktualität achten
Wählen Sie einen festen Ort, den alle kennen, etwa in der Nähe der Wohnungstür oder neben dem Telefon. Informieren Sie Familie, Nachbarn und Pflegedienst. Prüfen Sie den Inhalt regelmäßig und nach jedem Arztbesuch, bei dem sich etwas geändert hat. Notieren Sie das Datum der letzten Aktualisierung gut sichtbar auf dem Deckblatt.
Die Mappe ersetzt keinen Notruf. Bei ernstem Verdacht wählen Sie immer zuerst die 112 und legen die Mappe danach für den Rettungsdienst bereit.
Häufige Fragen
Was ist der erste Schritt, wenn zuhause plötzlich Pflege nötig wird?
Stellen Sie zuerst einen Antrag auf einen Pflegegrad bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person. Das geht meist formlos, zum Beispiel per Anruf oder Brief. Lassen Sie sich außerdem von der Pflegekasse oder einer Pflegeberatung in Ihrer Nähe beraten, welche Hilfen in Frage kommen.
Was tun, wenn die pflegebedürftige Person gestürzt ist?
Bleiben Sie ruhig und sprechen Sie die Person an. Bei starken Schmerzen, Bewusstlosigkeit oder wenn Sie unsicher sind, ob sie sich verletzt hat, rufen Sie den Notruf 112. Helfen Sie nicht mit Gewalt auf, solange unklar ist, ob etwas gebrochen sein könnte.
Welche Hilfe gibt es, wenn die Treppe zuhause zum Problem wird?
Ein Treppenlift kann helfen, damit alle Etagen weiter erreichbar bleiben. Neu kostet ein gerader Sitzlift inklusive Montage meist 3.500 bis 5.500 €, ein kurviger Lift 7.500 bis 12.500 €. Lassen Sie sich vor einer Entscheidung beraten und vergleichen Sie mehrere Angebote.
Wer übernimmt die Kosten für einen Treppenlift?
Die Krankenkasse zahlt in der Regel nicht. Die Pflegekasse kann bei Pflegegrad 1 bis 5 bis zu 4.180 € je Person zuschießen, im Haushalt mit vier Berechtigten bis zu 16.720 €. Stellen Sie den Antrag möglichst vor dem Auftrag. Der KfW-Zuschuss 455-B nimmt seit dem 31.07.2026 keine neuen Anträge mehr an, der KfW-Kredit 159 ist bis 50.000 € je Wohneinheit möglich.
Quellen
- Sturzprophylaxe: Stürze im Alter vermeiden - acht
- Stürze bei Senioren: Was Angehörige im Notfall tun sollten - Richtig helfen
- Notfälle bei Senioren ✓ Richtig reagieren - Richtig helfen Erste Hilfe für Senioren
- Erste Hilfe zu Hause: Was tun bei einem Sturz? - Angehörige Pflegen
- Notfallpass und Notfallordner » digital & zum Ausdrucken
- Wichtige Hinweise zur Nutzung der Notfallmappe
- Pflegekassenzuschuss für Hausnotruf erhöht: DRK Hausnotruf Sachsen & Sachsen-Anhalt
- Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen » Antrag • Zuschuss




